Der mögliche Zugang von Gareth Bale. Dieses Transfergerücht
grassiert in der gesamten Medienlandschaft und beschäftigt unzählige Foren.
Sportliche Aspekte beiseite lassend, stellen wir wieder einmal erstaunt fest,
wie ganz Spanien inkl. aller antimadridistas über den Sinn und die Moralität
eines solchen Transfers seinen Senf dazu gibt.
Zur wirtschaftlichen Debatte: Es ist die gleiche wie bei der
Verpflichtung von C. Ronaldo. Der Klub hat den Zugang zum Geld und die Ausgaben
werden in kurzer wieder durch generierte Einnahmen amortisiert: Bei CR dauerte
es nicht lange, bis sein Transfer bereits Gewinne eingebracht hatte. Viel mehr
gibt es da nicht zu sagen.
Zur moralischen Debatte: Nehmen wir an, Real zahlt die 100
Millionen euro für Gareth. Und nehmen wir an, barsa hat tatsächlich „nur“ 57
Millionen euro für Neymar bezahlt. Liegt dann der Unterschied zwischen dem
Ethischen und Nicht-ethischen bei 43 Millionen? Ist es nicht demagogisch, die
Wirtschaftskrise Spaniens mit den Investitionen des reichsten Sportklubs der
Welt zu vergleichen? Ist s nicht an den Besitzern dieses Vereins zu
entscheiden, was mit dem Geld passiert? Natürlich ist die Sportwelt verrückt.
Natürlich sind dies Unsummen an Geld. Natürlich hätten wir lieber die Zeiten,
in denen im Fussball das Geld einen kleineren Stellenwert hatte und man für
wenige Münzen in die Kurve stehen konnte. Aber wenn es darum gehen soll, nur
Real zu kritisieren und unseren Klub als Sündenbock darzustellen, dann
entgegnen wir Folgendes:
Floyd Mayweather verdiente 85 Millionen Dollar im Jahr 2012
für zwei ausgetragene Kämpfe. Tiger Woods verdiente fast 60 Millionen, Kobe
Branyt 52, David Beckham 43.
Die Frage ist nicht, ob es ethisch oder unethisch ist, dass
diese Sportler so viel Geld verdienen, sondern ob es überhaupt mit Ethik zu tun
hat. Wenn Mayweather 100 Millionen für zwei Kämpfe verdiente, dann ist es
schlicht und einfach darum, weil die Organisatoren das Dreifache oder mehr
damit einnahmen. Ist der Lohn von Beckham ethisch und der von Bryant nicht? Ist
diese Anschauung nicht lächerlich?
Wenn jetzt also für Bale 100 Millionen hingeblättert werden,
dann hat es einen Grund. Und all die, die jetzt argumentieren, mit 100
Millionen könnten so und so vielen armen Menschen geholfen werden, greifen auf
einen zutiefst heuchlerischen Diskurs zurück. Es ist einfach, andere dazu
aufzufordern, etwas Gutes auf der Welt zu tun. Es ist einfach, fremdes Geld für
gute Zwecke zu fordern. Es ist einfach, Real Madrid zu kritisieren und zu
hassen. Aber das ist immer so bei den Besten der Besten.


