| Provinz Jujuy, Argentinien |
Samstag, 26. Oktober 2013
Montag, 23. September 2013
AS zeigt seine journalistische „Professionalität“
Der deutschsprachigen RMCF-Fangemeinde (oder allgemein der
nichtspanischen) wird häufig nicht bewusst, wie wichtig die Rolle der Medien in
Madrid ist. Nicht selten wird mit Indifferenz oder mit Unverständnis reagiert,
wenn madridistas MARCA und AS verfluchen. „Die sind doch pro-Real?“, ist dann
häufig die von Unwissenheit geleitete Frage. Die ausländischen RM-Fans können
deshalb auch häufig nicht begreifen, wieso manche von uns die Schuld für
wichtige Ereignisse (z.B. Trainerentlassungen) den Medien geben. „Kann
überhaupt die Presse einen solchen Einfluss haben?“, wird dann ungläubig
gefragt. „Übertreibt ihr es nicht ein wenig mit dem Medien?“, lautet dann der
Vorwurf. Die Medien, so die gängige Meinung, die seien doch höchstens ein
kleiner Faktor... Vielleicht in Deutschland, vielleicht in der Schweiz. In Spanien
aber, wo die Leute leider häufig der Sportpresse glauben schenken und wo für
manche Journalisten auf die ethischen Grundsätze ihres Berufs(Nachforschen und
Informieren) pfeifen, ist es anders. Es wird in eigenem Interesse manipuliert,
verdreht und gelogen wo nur möglich. Ein aktuelles Beispiel? Die vorgestrige
Ausgabe von AS.
Denn vor zwei Tagen lancierte AS wieder einmal eine totale
Offensive gegen Real Madrid, oder besser gesagt gegen dessen Präsidenten,
Florentino Pérez. Wieder einmal.
Schauen wir zurück: Selbst Florentino Pérez, der sich als
Unternehmer gegenüber den Medien immer sehr kulant gezeigt hat, ist sich letzte
Saison bewusst geworden (ENDLICH!), welch skrupellose Züge die madrider
Sportpresse, und damit beziehen wir uns auf die Blätter MARCA und AS (auch wenn
es noch einige TV-Programme und Radiosender gibt, die Journalisten von AS und
MARCA beschäftigen), hat, und welch perfiden Methoden sie verwenden, um Real
Madrid nach ihrem Gutdünken zu manipulieren und zu steuern. Endlich sah Pérez
ein, dass das von der Presse erarbeitete Trainerkarussell gestoppt werden
musste (was er leider nur halbherzig getan hat). So berief er im Frühling eine
Pressekonferenz ein, um veröffentlichte Gerüchte zu dementieren und MARCA als
Lügnerin zu bezeichnen. An der kürzlich organisierten Mitgliederversammlung
verurteilte er (wie auch zahlreiche Mitglieder) jegliche Manipulationen der
Presse scharf. Bedauerlicherweise aber belegte er die verantwortlichen Medien
nicht auch gleich mit Stadionverbot – stattdessen sind es treue Fans, die immer
wieder so bestraft werden. Und leider verloren wir den Trainer, der den Klub
immer vor diesen Pressegeiern beschützt und sie öffentlich angeprangert hatte,
wie wohl keiner zuvor.
Vielleicht hat Pérez aber doch etwas gelernt. Endlich hörte
er auf seine Fans und, wie AS-Direktor Alfredo Relaño es selbst bestätigt hat,
hat Real Madrid per sofort damit aufgehört, RM-Promotionen an AS zu reichen:
Beim Kauf des WC-Papiers AS gibt es nun also kein „Real Madrid Bademantel“ oder
„Real Madrid Regenschirm“ mehr dazu. Ein Problem für AS, denn wer kauft dann
noch ihr Altpapier?
Dementsprechend schnell ist nun die verzweifelte und
unprofessionnelle Retourkutsche gekommen. Wie die unüberlegte und weinerliche
Reaktion eines Kindes, dem eine Süssigkeit weggenommen wird. Die Represalien haben nicht auf sich warten
lassen, denn wenn wir auf die vorgestrige Onlineausgabe von AS blicken, dann
stellen wir die Präsenz zahlreicher anti-Pérez Nachrichten fest, in allen
Formen und Farben: Als erstes das Thema Casillas, wo eine Antwort von Pérez aus
dem Kontext gerissen wird um zu behaupten, dass Pérez Casillas kritisiert, wo
er doch eigentlich davon gesprochen hat, dass das Umfeld des Torhüters ihm
nicht gerade dienlich sei. Dann finden wir einen Artikel, wo 110 socios
compromisarios (von 3’000) plötzlich eine Stimme gegeben wird: Sie seien
unzufrieden mit Pérez und, so AS, fürchteten dass Madrid in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Wieso gerade jetzt, AS? Gleich darunter
folgt ein Artikel der Pérez vorwirft, das Projekt des Real Madrid Resorts nicht
realisiert zu haben. Als sei es uns madridistas nicht scheissegal, was in den
Arabischen Emiraten gemacht oder nicht gemacht wird. Und schliesslich findet
sich noch das Thema des Stadionumbaus (in zwei verschiedenen Artikeln!):
Scheint, als seien AS die einzigen, die eine riesen Eile haben, dass unser
Stadion umgebaut wird.
Diese kindische und unprofessionnelle Reaktion von AS auf
einen Entscheid des Klubs, der seine Gründe hat, zeigt einmal mehr, dass wir
(beispielsweise im Gegensatz zu Barcelona, das auf die häufig bedingungslose
Unterstützung von Sport und Mundo Deportivo zählen kann) keine uns freundlich
gesinnte Presse haben. Es kann an manchen Tagen den Anschein machen, dass diese
Blätter „madridistas“ sind. Aber sobald Real Madrid nicht in ihrem Sinne
handelt, oder sobald die Verkaufszahlen wieder einmal stagnieren und ihnen mit
einem erfundenen Skandal auf die Sprüngen geholfen werden soll, dann,
geschätzter Leser, zeigen sie ihr wahres Gesicht...
Von hier aus fordern
wir deshalb alle madridistas auf, diese Blätter zu boykottieren, im Twitter den
Hashtag #LasManosDeLaPrensaFueraDelMadrid
zu verwenden und sich im Stadion den
Rufen „Periodistas Terroristas“ und „Las manos de la prensa, fuera del Madrid!“
anzuschliessen. Lassen wir alle unsere Meinung über diese schändlichen
Destabilisierungsversuche wissen!
Hala Madrid!
Samstag, 21. September 2013
Das teuflische Trainerkarussell der Presse
Es ist noch nicht einmal Oktober und schon wird
unserem Trainer Ancelotti von den Geiern der Presse ein Grabstein ausgesucht.
Denn die Sportmedien in Madrid (vor Allem MARCA und AS, aber auch zahlreiche
Journalisten die für TV- und Radiosender arbeiten), lieben es, bei Real Madrid
Einfluss zu nehmen. Sie tun dies vorzugsweise bei der schwächsten Stelle des
Klubs: Dem Trainer. Dazu befolgen sie folgenden edlen Leitsatz:
Für die Presse hat es genau zwei gute Trainer: Der
ehemalige und der zukünftige.
Die Maxime macht, dass der kommende Trainer „genau der
Richtige“ ist. Wenn er dann einige Monate beim Klub ist und sich nicht den
Wünschen der Journalistenkaste beugt,
dann wird er nach und nach angekreidet bis er unter enormem Druck gehen
muss. Sobald er aber draussen ist, wird er wiederum verwendet, um den neuen
anzugreifen (indem seine Stärken und Leistungen hervorgehoben werden). Dieses
„gut-schlecht-gut“ –Konzept wird auf diese Weise verewigt und hat lange
funktioniert: Von Antic bis Del Bosque, von Capello bis Pellegrini, von
Heynckes bis Juande Ramos. Alle waren die „optimale Trainerwahl“ – bis sie eine
Zeit lang ihre Arbeit machten. Als Valdano (als Trainer) ging, verlangte die
Presse die harte Hand Capellos. Einige Zeit später musste es der
„Offensivfussball“ von Heynckes sein. Passte den Medien nicht, also zurück zu
Camacho (der nach äusserst kurzer Zeit unter diesen Arbeitsbedingungen
verzichtete). Es kam „einer aus dem Hause“, Del Bosque, der aber dann nach und
nach als „Vicentón“ veräppelt wurde (der Direktor von AS, Relaño, der grösste
Kritiker Mourinhos verlangte damals nach Mou...). Mit Schuster geschah
ähnliches und Pellegrini mutierte vom „chilenischen Wenger“ zum Buhmann
Spaniens („Manolo, verpiss Dich“, Titelseite von MARCA) und die
Journalistenkaste wollte ihn am Pranger der Plaza Mayor sehen. Dann aber, als
der (später „primitive“) Mou da war („ein Top-Trainer für einen Top-Verein, der
die Spieler im Griff hat“), war dann Pellegrini plötzlich wieder ein
„Verteidiger der wahren Werte Reals“ und ein „Gentleman“ dem Madrid länger Zeit
hätte geben sollen.
Nachdem Unglaubliches über Mou gesagt wurde
(Leichtgläubige sehen ihn ihm nun Satan persönlich), könnte man als naive
Person glauben, Ancelotti würde nun in Ruhe gelassen werden. Aber nein. Es gibt
Menschen, die kennen kein Schamgefühl und keine Ethik. „Der Friedensstifter“,
wie Ancelotti zu Beginn mit Anerkennung genannt wurde, steht bereits unter
Generalverdacht. Und es ist noch nicht einmal Oktober. Relaño (wer denn sonst)
hat seine wohl tausendste Meinungsänderung gemacht und schrieb nach dem
CL-Spiel Reals: „Ein unorganisiertes und von Zweifeln geprägtes Real (...). Das
Madrid von vor zwei Jahren, das die Liga mit 100 Punkten gewann, das war eine
gute und seriöse Mannschaft.“ Ihr seht, liebe Leser. Der Direktor von AS, der
wohl grösste anti-mourinhist, kritisiert Ancelotti und verlangt, dass er wie
Mou spielt. Denn es geht hier nicht darum, über das Spielsystem zu debattieren.
Es geht einzig und allein darum, die Spielweise die du drei Jahre lang
kritisiert hast nun plötzlich gut zu heissen. Es geht darum, das aktuelle immer
schlecht zu reden. Die Jagd auf Carletto, zweifellos dadurch beschleunigt, dass
der Medienfreund Casillas nach wie vor auf der Bank sitzt, ist also eröffnet.
Das Karussell dreht sich weiter und weiter... Carlo sei gewarnt: Sobald deine
Mannschaft Schwierigkeiten hat, werden die gleichen wie immer deinen Kopf
verlangen. Wie immer, und ohne Skrupel. ![]() |
| Ancelotti, Favorit der Presse. Aber wie lange noch? |
Sonntag, 25. August 2013
Raúl - Die Rückkehr des Königs
Als Raúl
González Blanco mit dem Alter etwas an Energie und Schnelligkeit einbüsste, sah
man den Tag kommen, an dem er auf der Bank Platz nehmen würde. Damals
prophezeiten viele einen problematischen, mit der Situation unzufriedenen und
somit gegen den Trainer rebellierenden Raúl. Doch, wie so oft, war die Realität
schliesslich eine ganz andere: Nach und nach kam Raúl immer wie mehr auf die
Bank und als Ersatzspieler mit beispielhaftem Verhalten machte er... NULL
Probleme. Das Gleiche geschah bei der Nationalmannschaft: Als Luis Arragonés
„El 7“ aus dem Aufgebot strich und in Spanien eine gigantische Debatte
ausbrach, da berief Raúl zusammen mit dem Nati-Trainer eine Pressekonferenz, um
die Fans darum zu bitten, nicht mehr seine Rückkehr zu fordern, sondern mit all
ihrer Energie Spanien zu unterstützen. Und das, obwohl Arragonés keine
Erklärung für seine Ausbootung gegeben hatte. Luis verzichtete auf ihn, Del
Bosque entschied, Raúl mit einem Wiederaufgebot keine Spezialbehandlung zu
gewähren (Spezialbehandlung die er aber anderen Nationalmannschaftsspielern
gegeben hat) und Raúl akzeptierte die neue Situation mit Schweigen und einer
spartanischen Disziplin, in dem er härter denn je trainierte und viele Tore in
der Bundesliga schoss...
Auch ein grosser
Teil der Real-Fans war respektlos zu Raúl. Einige nannten ihn Baúl (Fass). Und
viele der Journalisten und Medienleute die heute die madridistas, die Diego
López vor Iker Casillas im Tor sehen wollen, als „Krebsgeschwüre“ und „Ultras“
bezeichnen, fanden diese Spitznamen witzig und machten sich über R7 lustig. Die
Antwort von Raúl bestand darin, weiterhin ein Synonym von Professionalität und
Einsatz zu sein.
Beim Freundschaftsspiel
vom letzten Donnerstag kehrte Raúl González ins Santiago Bernabéu zurück. In
sein Stadion. Und wieder mit dem weissen Trikot, wieder mit der Kapitänsbinde
und wieder mit einem Tor. Schon merkwürdig wie jetzt plötzlich ein Schwall von
Bewunderung und Lob von Seiten früherer Feinde Raúls kam. Aber ihm war das
egal. In gewohnter Manier, professionell und ohne Rachegelüste, lächelte Raúl
in die Kamera und winkte der Menge zu. Denn Raúl weiss, wie viele madridistas
ihn schätzen und immer geschätzt haben. Einen
kleinen Seitenhieb gab er den Medien (gewollt oder nicht), in dem er sich zum treuen Anhang im Fondo Sur (von den sich als Demokraten bezeichnenden
Gutmenschen der Presse als „Kriminelle“ und „Wilde“ abgestempelt) gesellte,
einen RMCF-Gesang durchs Megafon anstimmte und es genoss, mit jenen zu feiern,
die immer hinter der Mannschaft stehen und auch weiterhin über seinen
Herzensklub wachen werden. Ehre Dir, einzigartiger und magischer Raúl!
Hala
Madrid!
Samstag, 24. August 2013
Der Bale-Transfer und die 100 Millionen Moralisten
Der mögliche Zugang von Gareth Bale. Dieses Transfergerücht
grassiert in der gesamten Medienlandschaft und beschäftigt unzählige Foren.
Sportliche Aspekte beiseite lassend, stellen wir wieder einmal erstaunt fest,
wie ganz Spanien inkl. aller antimadridistas über den Sinn und die Moralität
eines solchen Transfers seinen Senf dazu gibt.
Zur wirtschaftlichen Debatte: Es ist die gleiche wie bei der
Verpflichtung von C. Ronaldo. Der Klub hat den Zugang zum Geld und die Ausgaben
werden in kurzer wieder durch generierte Einnahmen amortisiert: Bei CR dauerte
es nicht lange, bis sein Transfer bereits Gewinne eingebracht hatte. Viel mehr
gibt es da nicht zu sagen.
Zur moralischen Debatte: Nehmen wir an, Real zahlt die 100
Millionen euro für Gareth. Und nehmen wir an, barsa hat tatsächlich „nur“ 57
Millionen euro für Neymar bezahlt. Liegt dann der Unterschied zwischen dem
Ethischen und Nicht-ethischen bei 43 Millionen? Ist es nicht demagogisch, die
Wirtschaftskrise Spaniens mit den Investitionen des reichsten Sportklubs der
Welt zu vergleichen? Ist s nicht an den Besitzern dieses Vereins zu
entscheiden, was mit dem Geld passiert? Natürlich ist die Sportwelt verrückt.
Natürlich sind dies Unsummen an Geld. Natürlich hätten wir lieber die Zeiten,
in denen im Fussball das Geld einen kleineren Stellenwert hatte und man für
wenige Münzen in die Kurve stehen konnte. Aber wenn es darum gehen soll, nur
Real zu kritisieren und unseren Klub als Sündenbock darzustellen, dann
entgegnen wir Folgendes:
Floyd Mayweather verdiente 85 Millionen Dollar im Jahr 2012
für zwei ausgetragene Kämpfe. Tiger Woods verdiente fast 60 Millionen, Kobe
Branyt 52, David Beckham 43.
Die Frage ist nicht, ob es ethisch oder unethisch ist, dass
diese Sportler so viel Geld verdienen, sondern ob es überhaupt mit Ethik zu tun
hat. Wenn Mayweather 100 Millionen für zwei Kämpfe verdiente, dann ist es
schlicht und einfach darum, weil die Organisatoren das Dreifache oder mehr
damit einnahmen. Ist der Lohn von Beckham ethisch und der von Bryant nicht? Ist
diese Anschauung nicht lächerlich?
Wenn jetzt also für Bale 100 Millionen hingeblättert werden,
dann hat es einen Grund. Und all die, die jetzt argumentieren, mit 100
Millionen könnten so und so vielen armen Menschen geholfen werden, greifen auf
einen zutiefst heuchlerischen Diskurs zurück. Es ist einfach, andere dazu
aufzufordern, etwas Gutes auf der Welt zu tun. Es ist einfach, fremdes Geld für
gute Zwecke zu fordern. Es ist einfach, Real Madrid zu kritisieren und zu
hassen. Aber das ist immer so bei den Besten der Besten.
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