Samstag, 21. März 2015
Siegt für madridistas wie Toni Calvo!
"Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Als Gruppe von befreundeten Real-Fans und ohne Pay-TV begaben wir uns vor vielen Jahren jede Woche, als gingen wir in die Kirche, ins Restaurant Rosalia de Castro, um unser Real Madrid spielen zu sehen. Bis eines Tages, so um das Jahr 2007 oder 2008, ein Spiel aus technischen Gründen nicht gezeigt werden konnte. Jemand von uns hatte mal von einer anderen spanischen Bar gehört, und so rasten wir dorthin. Als wir das Centro Gallego betraten, ahnten wir nicht, dass dies bald unsere allwöchentliche Destination sein würde, dass bald unsere Sprayereien diese Wände zieren würden, dass dies der Schauplatz vieler Tragödien und Siegeszüge sein würde. Denn in dieser Zeit entstand die Idee einer organisierten Fantruppe, eines Fanklubs. Wir hatten beschlossen, damit aufzuhören, unsere Leidenschaft für RMCF nur zuhause und vor dem TV auszuleben, und Wege zu suchen, um eine organisierte RMCF-Truppe aufzustellen, Stadien zu bereisen, Abenteuer zu erleben. Doch wie beginnt man? Wir waren die einzigen Mitglieder dieses noch nicht mal geborenen Projekts!
Das Centro Gallego wurde zu unserer neuen Bar, um Real leiden zu sehen (es waren weniger gute Jahre) und eines Tages, in der Halbzeit, trat ich zum Chef des Ladens, Toni Calvo, und erzählte ihm von unseren Plänen. Es gibt unglaublich viele, leider zu viele, Menschen, die zweifeln, zaudern und immer einen Grund finden werden, um einen Haken zu finden, um nein zu sagen, um den Horizont zu verkleinern. Projekte und Träume abzuwürgen. Toni Calvo ist keiner davon. Er hörte uns an und, ohne uns wirklich zu kennen, aber als 100%iger Madridista, sprach er uns seine volle Unterstützung zu. Aber nicht nur das: Er unterstützte uns finanziell und sponsorte Bier für unsere ersten Reisen bis der Fanklub auf eigenen Beinen stand. Immer wieder offerierte er auch Bier oder Essen im Centro. Wir durften das Centro nach unserem Gutdünken dekorieren: Wir sprayten, wir klebten Stickers und hängten Tickets und Fotos von Spielen auf. Heute hängen im Centro unterschriebene Trikots, auch das Shirt, dass uns Arbeloa nach 90 Minuten anfeuern über das Gitter reichte, hängt an der Wand.
Heute sind Toni und ich, und viele des Fanklubs, Freunde. Viele Erinnerungen verbinden uns: Gemeinsame Reisen, Abstürze, Meisterfeiern, Niederlagen, ... Mehrere Jahre lang wurden die Generalversammlungen (und Mittagessen) der RMCF-Fanklub-Föderation der Schweiz, der wir beitraten, im Centro durchgeführt. Toni hat in seinem Restaurant zerspringende Bierflaschen, anti-Barca Stickers auf dem WC und Petarden und Bengalen vor seinem Lokal toleriert (oder ja, vielleicht sogar gutgeheissen). Von Lärmklagen der Nachbarn hat er uns nie was gesagt, aber wir wissen dass es sie gegeben hat. Warum? Weil auch er Real-Fan ist. Weil auch er, Fussball mit Leidenschaft verbindet. Weil auch er lieber ein Spiel mit anderen Real-Fans sieht statt zuhause. Weil auch er den modernen Fussball verabscheut.
Morgen Sonntag 22. März 2015 geht eine Ära zu Ende: Toni gibt die Führung des Centros ab. Acht Jahre lang, vom 30.3.2007 an, hat er das galizische Restaurant mit madridismo imprägniert. Er wird ein neues Lokal eröffnen, weil er eben nicht zu den Menschen gehört, die das Hindernis sehen, sondern zu denen, die die Chancen sehen und rastlos immer weiter wollen. Immer weiter, immer siegen, wie Real Madrid.
Morgen Sonntag, 22. März 2015 muss Real Madrid gegen den FC Barcelona siegen. Für das Wappen. Und für madridistas wie Toni Calvo."
Samstag, 4. Oktober 2014
Reise nach Bulgarien: Ludogorets - RMCF
Als uns Ludogorets zugelost wurde, suchten wir erst Mal auf der Landkarte wo das liegt. Nahe der Grenze zu Rumänien, nahe von Bukarest, stellte sich heraus. Doch als wir bereits die Flüge nach Bukarest am vergleichen waren, wurde bekannt, dass aufgrund des Stadions von Ludogorets das Spiel in der Hauptstadt Bulgariens ausgetragen würde.
Und so kamen wir ein Tag vor dem Spiel in Sofía an. Freundliche Menschen, gutes Essen, günstiger Alkohol, guter Ausgang und schöne Frauen. Positiv überrascht besichtigten wir die Stadt und gelangten zum Stadion der Nationalmannschaft, wo RMCF am Tag danach spielen würde. An einem unbewachten Eingang betraten wir es. Da uns niemand aufhielt, setzten wir uns auf die Spielerbänke. Und da auch da niemand uns Einhalt gebot, durchliefen wir die Spielertunnel, besichtigten wir den Presseraum und fanden uns plötzlich in der Gästegarderobe wieder. Wissend, dass 24 Stunden später die Spieler von RMCF sein würden, beklebten wir die ganze Dusche mit Sticker, die wir glücklicherweise dabei hatten.
Gerade als wir, mit einem Trainingsball unter dem Arm, gehen wollten, trat uns ein Mann im Anzug gegenüber. Wir erklärten ihm, wir seien vom Material-Staff Reals und durften ab diesem Zeitpunkt viele Hände schütteln und Nettigkeiten austauschen. Die beste Stadionbesichtigung die wir je hatten.

Am Matchtag dann fuhren wir verkatert hinaus zum Stadion von Levski Sofia, wo die Jugendmannschaften von Ludogorets und Real Madrid aufeinander trafen. Da wir erst da erfuhren, dass es ein Ticket braucht, mogelten wir uns auch hier wieder rein, so dass wir den RM-Nachwuchs unter der heissen Herbstsonne Sofías siegen sahen.
Am Abend dann war es soweit: Ludogorets - Real Madrid. Im "Auswärtssektor" waren etwa 59% für Ludogorets, 40% waren angereiste Mazedonier und Rumänen und wir waren wohl fast die einzigen, die von ausserhalb Osteuropas angereist waren. Dementsprechend hoffnungslos war das Anfeuern, aber die wichtigen drei Punkte wurden trotz durchzogener Leistung eingefahren.
Ludogorets, ein nicht zu unterschätzender Gegner und Sofía, eine sympathische Stadt!
Nur die Mutigen fahren in den Osten! Hala Madrid!
Gerade als wir, mit einem Trainingsball unter dem Arm, gehen wollten, trat uns ein Mann im Anzug gegenüber. Wir erklärten ihm, wir seien vom Material-Staff Reals und durften ab diesem Zeitpunkt viele Hände schütteln und Nettigkeiten austauschen. Die beste Stadionbesichtigung die wir je hatten.
Am Matchtag dann fuhren wir verkatert hinaus zum Stadion von Levski Sofia, wo die Jugendmannschaften von Ludogorets und Real Madrid aufeinander trafen. Da wir erst da erfuhren, dass es ein Ticket braucht, mogelten wir uns auch hier wieder rein, so dass wir den RM-Nachwuchs unter der heissen Herbstsonne Sofías siegen sahen.
Ludogorets, ein nicht zu unterschätzender Gegner und Sofía, eine sympathische Stadt!
Nur die Mutigen fahren in den Osten! Hala Madrid!
Montag, 11. August 2014
Rückblick Saison 2013-2014
Eine weitere Saison ist vorbei und, nach einer dringend benötigten Fussball-freien Sommerpause nach der WM, ist es nun Zeit, einen Blick zurück zu werfen. Seit den bescheidenen Anfängen des Fanklubs im Jahr 2008 (offiziell bei RMCF registriert wurden wir im 2010) sind mittlerweile 6 Jahre vergangen. In diesen 6 Saison wurden 23 Auswärtsfahrten organisiert (über 700 Tickets) und über 28'000 Kilometer zurückgelegt. Einige Jahre waren besonders aktiv, aber diese vergangene Saison hat punkto Auswärtsfahrten alle bisherigen übertroffen: Sechs Mal waren wir in Europa präsent!
- Dann flogen 14 Real-Fans ans Auswärtsspiel in Kopenhagen.
- In Gelsenkirchen wurden 39 von uns Zeugen des 1-6 Sieges über Schalke im Achtelfinal-Hinspiel. Zufrieden können wir auf die dabei eingesetzte Choreo zurückblicken. An dieser Stelle vielen Dank an all die, die dazu beitrugen! http://bernamadridista.blogspot.ch/2014/02/nach-mehr-als-sieben-stunden-carfahrt.html
- In Dortmund zitterten sich 29 madridistas ins Halbfinale: http://bernamadridista.blogspot.ch/2014/04/abstecher-nach-dortmund.html.
- Und im Halbfinale sorgten bei der 0-4 Gala Reals gegen Bayern München 10 berna madridistas für Stimmung...
- Der Höhepunkt der Saison war natürlich das CL-FiNALE in Lissabon. 6 Tickets erhielten wir für diesen Traum von RMCF: http://bernamadridista.blogspot.ch/2014/08/la-decima.html
Ein weiteres Highlight der letzten Saison war natürlich auch der Gewinn der COPA DEL REY mit dem legendären Bale-Spurt. An dieses Spiel gingen 6 madridistas mit über berna madridista bezogenen Tickets!
Viele Mitglieder machten auch von der Möglichkeit Gebrauch, Tickets für Heimspiele über uns zu beziehen. Insgesamt besorgten wir in der vergangenen Saison 61 Tickets für berna madridistas. Gleich 13 davon wurden für das Spiel Real Madrid – Valencia bestellt. Für das Clásico in der Liga bezogen wir 5 Tickets und für das Derby gegen Atlético im Bernabéu verteilten wir 12 Tickets.
Es ist an dieser Stelle hervorzuheben, dass berna madridista die Tickets von Real zum Originalpreis erhält und den Mitgliedern nur ein sehr kleiner Aufschlag zugunsten des Fanklubs berechnet wird. Auch ist zu betonen, dass wir unzähligen dahergelaufenen nicht-Mitgliedern, die uns mit der Tour "es ist mein Traum an einem Clásico live dabei zu sein, ich war noch nie an einem Spiel Reals" gekommen sind, gleich gesagt haben, sie sollen es doch bei einer teuren Ticketbörse versuchen. Karten für solche Spiele gibt es nur für treue und aktive Mitglieder, die sie sich mit ihrem Herzblut und ihrer Leidenschaft verdienen und auch an "weniger" prestigeträchtige Spiele gehen. Wie lange ein Mitglied dabei ist ist auf der Mitgliederkarte ersichtlich (je tiefer die Zahl, desto länger dabei), die ihr bald per Post erhält. Über die Teilnahmen an Reisen wird sorgfältig Statistik geführt.
Aber Tickets für das Bernabéu und Auswärtsfahrten zu organisieren sind nicht die einzigen Aktivitäten von berna madridista: Alle Mitglieder hatten die Möglichkeit, bei den RMCF - Barca Spielen in der Liga vom offerierten Clásico-Essen im Centro Gallego zu profitieren. Weiter gab es viele Preise zu gewinnen: An den Tippspielen, deren Aufforderung per SMS/Mail kam, am SRF-Champions League Tippspiel und bei den Car-Reisen per Losziehung! Die Preise waren dabei selbst produziertes Material, wie T-Shirts und Schals, aber z.B. auch durch Spieler Reals unterschriebene Trikots.
Bei all dem Eigenlob muss natürlich auch gesagt werden, dass Fehler begangen wurden. Manchmal gab es lange Antwortzeiten, manchmal ging der Versand eines Preises vergessen. Und vereinzelt konnten wir nicht für alle treuen und aktiven Mitglieder Tickets organisieren. Leider haben wir alle noch einen Job und eine Familie ;) Wir bitten an dieser Stelle um Entschuldigung und Verständnis!
Ihr alle, Mitglieder von berna madridista, macht diesen Fanklub zu einem der besten und aktivsten. Berna madridista ist in Madrid, sowohl beim Klub wie auch bei anderen Fanklubs, bestens bekannt. Wir danken euch deshalb für euren Beitrag! Selbst die, die "nur" passive Mitglieder sind, tragen einen Teil dazu bei, berna madridista bei der Ausführung des besten aller Aufträge zu unterstützen: DEM BEDINGUNGSLOSEN UND UNBEUGSAMEN SUPPORT REAL MADRIDS!
B E R N A M A D R I D I S T A - M A D R I D I S M O A C T I V O
Sonntag, 10. August 2014
Warum Diego López gehen muss
Real
Madrid hat vor kurzem den Torhüter Keylor Navas von Levante geholt. Mit seiner
Ankunft war klar, dass Casillas oder López gehen müsste. Und nun ist klar, dass
es letzterer ist. López hat einen Krieg, den er nicht provoziert hat, verloren.
Diego kam nach Madrid um während der Verletzung von Casillas das Tor
zu hüten. Doch er erkämpfte sich den Stammplatz, spielte Woche für Woche auf
einem hohen Niveau. Und wurde Opfer eines ihm unbekannten Konfliktes: Auf
seinem Namen wurden die Kriege zwischen „Casillistas“ und „Mourinhistas“
ausgetragen. Die einen hofften fast auf seine Fehler, die anderen auf seine
Paraden. Und Diego, unter immensem Druck,
machte einen hervorragenden Job.
Diego López hat für seinen Traum, bei RMCF zu sein, gekämpft.
Madridista durch und durch, hat er immer betont, wie stolz er darauf ist, bei
RMCF zu spielen: „Jede Minute bei Real Madrid ist ein Geschenk“. Selten waren aber
seine öffentlichen Äusserungen. Und wenn er zu den Medien sprach dann hatte er
nie auch nur ein Wort der Kritik an Mitspieler oder dem Klub übrig.
Dass ein solch vorbildlicher madridista gehen muss, hat mehrere
Gründe:
Erstens hatte er zahlreiche Angebote. Napoli, Monaco, Arsenal und Milan
zeigten Interesse. Denn Diego hat nicht nur eine starke Leistung gezeigt,
sondern auch bewiesen, dass er extremem (medialen) Druck standhalten kann. Dass
er es akzeptiert, auf der Bank Platz zu nehmen, aber dass er um den Stammplatz
kämpft. Dass er ein Profi ist.
Bei Casillas gestaltete sich das Ganze schwieriger. Zuerst einmal,
weil wenige Klubs bereit waren, eine hohe Summe für einen 33-jährigen Torhüter, der seinen Zenit längst überschritten hat, zu investieren. Casillas spielte eine katastrophale WM, patzte bereits
im Champions League Final. Seine Formkurve sank nicht erst seit seiner
Relegation auf die Bank durch Mourinho. Nein, bereits vorher begann die Legende
San Iker an zu bröckeln. Kein Wunder. Casillas ging in den letzten Jahren an
KEIN einziges freiwilliges Training, den Kraftraum mied er, wie er selbst mal
zugab. Sein Oberkörper eines Normalos und die Sixpacks seiner
Mannschaftskollegen (inkl. Diegos) waren und sind ein Indiz für diese
Trainingsmüdigkeit. Und anstatt seine Relegation auf die Bank als Warnung und
als Anreiz zu verstehen und das Ruder umzureissen, investierte er seine Energie
in seine persönliche Medienarbeit, in das Spinnen von Intrigen. Ein Faktor, der
den anderen Klubs auch nicht entgangen sein dürfte.
Womit wir bei Punkt zwei wären, den (Sport-)Medien. Diese haben sich
immer, von Anfang bis zum Schluss, auf der Seite ihres Schützlings Casillas
gestellt. Sie haben ihn auf den Altar des „Heiligen“ gehievt und wollen ihn
nicht mehr runterholen. Dies natürlich weil Iker Casillas eine Legende ist, der
beste der Welt war und mit Spanien und R. Madrid grosse Erfolge gefeiert hat,
zweifellos. Aber dieser Ruhm alleine erklärt nicht die aggressive, gegenüber
Diego respektlose Kampagne pro Iker contra Diego. Er erklärt nicht, weshalb
jede mittelmässige Parade zu einer Glanztat wurde, warum am Tor vorbei
gegangene Schüsse auf „den magischen Blick Ikers“ zurückgeführt wurden. Auch erklärt
er nicht, wieso Ikers Fehler und Schwächen (hohe Bälle) totgeschwiegen wurden. Nein.
Diese Kampagnen wurden geführt, weil sich sein Saubermann-Image gut verkaufen
lässt, weil er, wie unzählige Bilder beweisen, mit z.T. RMCF feindlich
eingestellten Journalisten essen geht, ihnen interne Informationen liefert. Und
sicher auch weil seine Freundin selbst eine Sportjournalistin ist, eine von
ihnen. Florentino Pérez kennt die Macht der Medien. Er weiss auch, dass
Casillas trotz seiner Verfehlungen, die den madridismo geteilt haben und ihm
viele Feinde eingebracht haben, unzählige Fans auf der ganzen Welt hat. Und er
weiss, dass er nicht als der Präsident in die Geschichte eingehen will, der
Casillas den Weg zur Tür gezeigt hat.
Florentino Pérez meint, dass er mit dem Verkauf von Diego López die
wenigsten Kritiken in einer durch und durch verkorksten Goalie-Politik erhalten
wird. Er sollte sich da mal nicht so sicher sein. Er verkennt, wie viele
madridistas Diego schätzen gelernt haben. Wie viele von uns wieder einen
Kapitän auf der Höhe dieses Klubs wollen, der vor die Medien steht, Angriffe
abwehrt, seine Mitspieler in Schutz nimmt, und sich auch vor unpopulären
Äusserungen nicht fürchtet. Der um seinen Stammplatz kämpft, der mit gutem Beispiel vorangeht beim Training. Denn einem solchen Kapitän würden wir alle ein
Formtief verzeihen. Pérez, dieser Schuss könnte nach hinten gehen...
Diego López wünschen wir nur das erdenklich Beste. Er weiss genau,
dass der madridismo ihm dankbar ist. Für seinen Einsatz, für seine Geduld, für seine Professionalität. Er
weiss es, weil man es ihm sagen konnte, wenn er die Bar hinter dem Fondo Sur
besuchte, wenn er sich Zeit nahm für eine Fanschar, zu der er sich selbst
zählt.
Mit Diego verlieren wir nicht nur einen ausgezeichneten und professionellen
Torhüter, sondern auch einen madridista. Einen von uns.
Diego Diego López! López!
Montag, 4. August 2014
La Décima
Lissabon. Finale. Décima. Vom Moment an, an dem vor unseren Augen in der Allianz Arena Bayern München gedemütigt wurde, waren nur noch diese drei Begriffe in unseren Gehirnwindungen zu finden. Sie blockierten jegliches Denken, verunmöglichten es, sich bei der Arbeit zu konzentrieren und waren unser aller Gesprächsthema. Bald jedoch musste das Rauschen in den Ohren aufhören, die Sinne und der Verstand geschärft werden. Warum? Weil uns Real Madrid CF, das mit der Handhabung der vielen Anfragen für Final-Tickets offensichtlich überfordert war, auf unsere sofortige Anfrage hin mitteilen liess, dass wir uns keine Hoffnungen machen sollten. Wir akzeptierten diese Antwort jedoch nicht. Berna madridista hat sich in seiner Vereinsgeschichte stets durch Beharrlichkeit charakterisiert. Als einer von uns sich in Manchester (Viertelfinalrückspiel gegen ManU), wohin aus Bern über 25 Fans, die Hälfte ohne Ticket, angereist waren, ins Mannschaftshotel log, wo er Präsident Pérez zur Rede stellte und von diesem weitere Tickets erhielt, hätte ein Zufriedengeben und Resignation ebenfalls zu nichts gebracht. Das Fanklub-Büro ist es sich bereits gewohnt, unsere manchmal mühseligen Anfragen, unser Nachhaken und unsere auch unbequemen Fragen entgegenzunehmen. Wir denunzieren socios (Vollmitglieder), die ihre Tickets zu überteuerten Preisen an verzweifelte Fans verkaufen, wir fordern Zusicherungen damit wir Fahnenstangen, Trommel und Megafon auswärts ins Stadion bringen können, wir kritisieren die Mannschaft, wenn sie wieder einmal gleich in den Jacuzzi springt anstatt die weitgereisten Fans zu grüssen und ja, wir fordern Tickets. Wir fordern Tickets weil wir sie uns verdienen, weil wir sie mehr verdienen als Touristen und Plastik-Fans, weil wir sie mehr verdienen als Cristiano-Groupies und weil wir versuchen, einen kleinen Teil zum Sieg beizutragen.
Und so war es auch im Falle von Lissabon. Also machten wir uns an die Arbeit. Unsere Briefe an das Fanklub-Büro und an Emilio Butragueño wurden von Fotos der Choreos und Reisen, von Statistiken zurückgelegter Kilometer und bezogener Tickets während der letzten 7 Jahren begleitet. In der Zwischenzeit hatte RMCF darüber informiert, wie die Tickets verteilt werden. Es wurde übrigens auch bekannt, dass viele Mitglieder der treusten Fangruppe, nämlich Ultras Sur, die seit über dreissig Jahren die Mannschaft begleitet und unterstützt, leer ausgingen. Entsprechend verabschiedeten die über hundert Mitglieder von US die Mannschaft vom letzten Training in Valdebebas nicht nur mit ermutigenden Sprechchören, sondern auch mit einem Transparent an die Adresse des Klubs: IHR BITTET UM DIE UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE FANS… UND LÄSST DIE KURVE IN MADRID. Auch beim Transport der madridistas nach Lissabon (im Gegensatz zu Real offerierte Atlético vielen Fans die Car-Anreise) liess RMCF viel zu wünschen übrig. Auf jeden Fall ging die grosse Mehrheit der Tickets an die socios (Vollmitglieder), empörend viele an die Spieler und die Sponsoren und ein paar wenige an die grössten Fanklubs in Spanien. Nach Protesten wurde das Kontingent für die Spieler gekürzt (einige davon hatten die Dreistigkeit, darüber zu meckern), und plötzlich erhielten wir positiven Bescheid: Unser Einsatz sei zu belohnen, sie könnten uns eine sehr bescheidene Anzahl Tickets geben. Immerhin! berna madridista wäre in Lissabon auch ohne Tickets vertreten gewesen. Aber nun war klar, dass BM auch im Stadion sein würde…
Die meisten flogen direkt nach Lissabon, einige reisten über Madrid per Car an, andere (ohne Ticket) blieben in der spanischen Hauptstadt. Sowohl an der Mündung des Tajos wie in der zentraliberischen Hochebene würde es ein Fest geben. Die sehenswerte Stadt Lissabon wurde mit Stickern zugepflastert und am Tag des Spiels wurde einer der Hauptplätze der Innenstadt komplett eingenommen. Bier, Bengalen und Gesänge den ganzen Tag, bis unsere Gruppe sich auf dem Weg zum Stadion machte. Die inexistente Trennung von Fanlagern in der U-Bahn führte zu ein paar „Vorkommnissen“, beim Stadion trafen wir ex-Realspieler Pavón an. Unsere Laune konnte nicht besser sein. Und bald standen wir Schulter an Schulter im Estadio da Luz.
Und jetzt? Und jetzt dürsten wir nach der Elften! Weiter und immer weiter, Adelante RMCF!
Sonntag, 13. April 2014
Wenn wir Fan$ nur noch Kunden sind
Real Madrid hat letzten Freitag die Ticketpreise für das
Halbfinal-Hinspiel gegen Bayern München bekannt gegeben. Wer sie noch nicht
gesehen hat, soll sich jetzt lieber festhalten:
Die günstigsten (vierter Ring, hinter dem Tor), 70 euro. Die teuersten
(Tribüne, unten auf der Seite) 325 euro. Zum Vergleich: In München kosten sie
zwischen 40 und 150 euro. Berücksichtigt man noch die Wirtschaftskrise in der
Spanien steckt und die viel höheren Löhne in Deutschland, sollte eigentlich
jedem dämmern, dass da was nicht stimmt. Oder findest Du diese Preise normal?
Real Madrid C.F. als Unternehmung. Es gibt nicht wenige madridistas, die
dieses Konzept gutheissen. Sehr häufig wird aus ökonomischer Sicht die
Rentabilität des Klubs angepriesen. Was viele aber nicht sehen – oder nicht
sehen wollen – sind die hohen Kosten, die damit verbunden sind. Denn es ist
ansonsten nicht in den Kopf zu kriegen, weshalb Real-Fans mit den überteuerten
Ticketpreisen einverstanden sind und dies damit begründen, dass wir „halt eine
Unternehmung sind und dies normal ist“. Denn, so lautet deren Argumentation,
stellen die Ticketeinnahmen eine essenzielle Einkommensquelle dar. „Wenn wir
C.Ronaldo haben wollen müssen wir halt auch solche Preise bezahlen.“ Sie irren
sich. Die Einnahmen aus den Tickets stellen für einen Klub mit der Grösse und
der Merchandising-Stärke Real Madrids einen eher kleinen Teil des
Jahres-Budgets dar (28%). Die Einnahmen aus TV- und -Markenrechten,
Werbeverträgen und Produktverkäufen sind viel grössere Einnahmequellen. Der
Mehrwert der überteuerten Tickets ist dabei viel geringer als die Kosten: ![]() |
| Ultrassur protestiert gegen ihren Rauswurf |
Denn die soziale Masse Real Madrid ist immer wie schwächer. Aus purem
Eigeninteresse werden die Preise erhöht. Madridistas, die jahrelang Woche für
Woche ihre Mannschaft angefeuert haben, werden im Rahmen von
„Restrukturierungen“ von ihren Plätzen verwiesen. Hunderte von aktiven Real
Fans des Fondo Surs haben GRUNDLOS (gemeinsam gehen sie gerichtlich gegen die
Direktion vor und haben in ersten Fällen bereits Recht erhalten) ihr Saison-Abo
verloren. Und diese aus preislichen oder Klub-politischen Gründen
freigewordenen Plätze werden eingenommen von Touristen oder pseudo-madridistas,
die die eigene Mannschaft auspfeifen und höchstens Mal aufstehen um den Iniesta
zu beklatschen.
![]() |
| "Fussball am Montag? Nein danke!" Die Fan-unfreundlichen Anspiel- Tage und -Zeiten: Eine weitere Konsequenz des Business-Wahns. |
Dass sich das Bernabéu trotz teuren Tickets füllt? Aber natürlich. Die
Dimensionen und die Berühmtheit dieses Klubs machen, dass es immer Leute haben
wird, die das Geld dazu haben. Selbst wenn wir alle Plätze durch VIP-Logen
ersetzen, wird das Stadion gut gefüllt sein. Aber: Heisst das auch, dass das
gut ist? Ist es das Beste für den madridismo? Sind wir ein Fussballklub oder
die Social Area Gutbetuchter?
Die aktuelle Führungsriege basiert ihr Projekt auf
die Einnahmen und vergisst dabei die echten Fans. Sie lädt Politiker in die
VIP-Logen ein, gibt Journalisten, die trotzdem nur Unruhe in den Klub bringen
und ihre eigenen Ziele verfolgen, einen privilegierten Zugang. Den Anhängern,
die den Klub unterstützen, die nur Kritik aus der Leidenschaft heraus äussern,
die die Mannschaft auch in schwierigien Momenten nicht abschreiben, die nicht
jede Massnahme gleich hinterfragen (wie z.B. die Medien), ihnen dreht der Klub
den Rücken zu.
Was bringt es denn, ein wirtschaftlicher Riese zu
sein, wenn die Basis, DIE FANS, immer wie mehr in den Hintergrund gerät? Sieht
man denn nicht, wie im aktuellen Fussball immer wie mehr Klubs zurück zu ihren
Fans finden? Wie in Deutschland die Kurven unterstützt werden und die Stadien
mit fairen Preisen mit Leidenschaft gefüllt werden?
Das glänzende Projekt von Florentino Pérez wird uns
als „das Beste für RMCF“ verkauft. Aber dabei scheint die Führungsetage
vergessen zu haben, dass RMCF den Fans gehört. Etwas, das schon lange nicht
mehr zählt: Mittlerweise sind wir nicht mehr als ein Anhängsel.
Florentino, Real Madrid ist nicht dein Spielzeug!
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