Donnerstag, 14. März 2019

Jetzt, jetzt ist der Moment!

Es ist alles verloren. In einer Woche wurden alle unsere Alpträume wahr: Zuerst das erbärmliche Ausscheiden vor eigenem Publikum und gegen den Erzfeind in der Copa del Rey. In der Berner Sportbar war die Stimmung selten schlechter. Dann, wieder zuhause und wieder gegen Barcelona, ein 0-1 welches die Chancen auf die Meisterschaft auf ein Minimum reduzierten. Trotz der sportlichen Mängel blieb da noch ein wenig Hoffnung auf unsere Königsdisziplin, die Chaaaampions. Nach dem Hinspiel-Sieg, und angesichts der Dominanz auf dem Kontinent, glaubten wir alle, dass mit einem sportlich mittelmässigen aber beherzten Auftritt der Einzug in das Viertelfinale gelingen würde. Aber nein: Vor heimischem Anhang das nächste Fiasko. Adiós Copa, ciao Liga, byebye Champions League. 

Während der Journalismus-Blätterwald unter den freudigen Flügelschlägen der vielen As-Geier Reporter – die sich als objektiv geben, aber Real Madrid wegen seinem Glanz regelrecht hassen – raschelte, verliessen unten durch die ersten Ratten das Schiff. Einige davon waren bereits letzten Sommer mit C. Ronaldo nach Turin gegangen. Aber viele zeigten sich erst jetzt. Endlich, umso besser.



Wenn das Imperium strauchelt, dann freuen sich so manche. In der Goal-Bar spürten wir viel Schadenfreude. Aber trotz all dem Gelächter war der Geruch nach angestauter Galle nicht zu überriechen. Schlägst du auf dem Weg zur Arbeit die 20 Minuten auf, erkennst du, wie RMCF auch in der Schweiz viele Journalisten glücklich gemacht hat. Bei der Arbeit, das Grinsen. „Louft bi Real, hä?“, begrüsst dich der Kollege, der Mal Liverpool „cool“, mal PSG „geil“ und natürlich immer Barça „sympatisch“ findet, aber nach zwei Live-Spielen im Stade de Suisse bereits zuvorderst in der Meisterfeier Selfies schiesst. „Wieso habe ich auch nur gesagt, dass ich madridista bin?“, fragst du dich da. Zu spät. Und wenn dann noch der Vorgesetzte einen Klugscheisser-Kommentar von sich gibt, fragst Du Dich ernsthaft, ob es sich nicht lohnen würde, ihm auf die Füsse zu spucken, einen Schrank von der Wand zu reissen und zu gehen, anstatt eine politisch korrekte „Mä cha nid immer gwinne“ Antwort zu murmeln.

Doch die schlechte Laune lichtet sich, und 8 berna madridistas machen sich auf nach Madrid, wo auch das Basket-Spiel gegen Fenerbahce gewonnen wird. Zusammen mit 5 madridistas aus Argentinien und 8 Jungs aus Madrid trifft man sich dann am Sonntag 10. März vor dem Santiago Bernabéu. Hä? Ist doch Auswärtsspiel? Genau. Und ist doch nichts mehr zu gewinnen? Gerade darum. Es ist Mittag, es ist sonnig, aber ziemlich menschenleer. Den meisten ist noch die Müdigkeit anzumerken – am Vortag gab’s ein gemeinsames Nachtessen im madridista Restaurant „Viejo Chamartín“ und dann das übliche Programm. Trotzdem wandert eine namhafte Anzahl Bierdosen in den gebuchten Kleinbus. Es wartet eine 3-stündige Fahrt: Ab nach Valladolid.

Valladolid? Das war einmal die Hauptstadt des Königreich Kastiliens, und während 6 Jahren sogar ganz Spanien. An diesem Sonntag gleicht sie eher einem Provinznest, das kalt auf einer Hochebene thront. Zwei wenige Meter von einander entfernte Tabernen werden in Beschlag genommen und ihr Tagesumsatz gleich vervielfacht. Dann geht es singend und Sticker klebend zur Ticketabholung und dann zum Stadion José Zorrilla. Nach Diskussionen mit den stets äusserst unhöflichen spanischen Polizisten müssen wir unser Lager im oberen Teil des Auswärtssektors aufschlagen. Zuvor wird jedoch beim Eintritt der Mannschaften ein Spruchband entrollt: „Más Reguilón“. Mehr Eier, mehr Leidenschaft, mehr Klubliebe verlangen wir.

Finde Berna :D
Dann beginnen 90 Minuten ununterbrochenes Singen. Auf die Wand schlagend, zuletzt fast nur noch krächzend. Obwohl das kalte Stadion im Volksmund „die Lungenentzündung“ heisst, sind alle bald ohne T-Shirt. Der Real-Sektor macht (schüchtern) mit, viele Valladolid-Fans (denen wir einen Verbleib in der Primera División wünschen) schauen uns fassungslos an. Ihr aus Bern? Hier? Jetzt?? Ja, Freunde, jetzt, genau jetzt ist der Moment dafür.

Als beim Schlusspfiff die Spieler grüssen kommen, singen wir stoisch weiter über unsere Liebe zum Klub. Die Spieler sollten längst verstehen: Wir sind nicht ihretwegen gekommen, und das Resultat ist uns scheissegal. Wir sind hier, für das, was sie auf der linken Brust tragen.

VOLVEREMOS. 





 


Sonntag, 30. Dezember 2018

2018: Kein gewöhnliches Jahr!


Wo sollen wir nur anfangen? Bei der Reise ans Achtelfinalspiel in Paris? Beim 0-3 Sieg in Turin, wo 65 Mitglieder von berna madridista das Fallrückzieher-Tor von CR7 aus nächster Nähe feiern konnten? Oder beim Champions League Finale in Kiew?

Beginnen wir in eigener Sache: 2018 haben wir zehn Jahre seit den Anfängen von berna madridista gefeiert. Anfänge, in denen wir gerade mal 5, dann 10, dann 20 und dann 30 madridistas waren, die während den goldenen Jahren Barças litten. Diese Zeiten sind vorbei. Über 230 Mitglieder zählen wir, und RMCF hält Europa seit Jahren mit eiserner Hand. Das 10-Jahre Jubiläum feierten wir mit dem Versand eines Jubiläumsschals, der Produktion von BM-Biergläsern sowie mehreren Events: Beim CL-Finale, anlässlich des Saison-Beginns, gegen Valladolid, beim letzten Derby sowie gegen Valencia mit hausgemachten Tapas, Empanadas und Sangria. Und natürlich fehlten auch die traditionellen Clásico-Essen nicht, zuletzt in der Galaxy-Bar mit einer feinen Paella.

Aus Sicht der Reiseaktivität war es wieder ein aussergewöhnliches Jahr: 19 von uns reisten an das Achtelfinale in Paris, in einem Moment, in dem alle dachten, Real würde gegen PSG untergehen. Doch Paris wurde geplündert und so reisten nicht weniger als 65 Mitglieder nach Turin, wo auch Juve dem Erdboden gleichgemacht wurde. Und wer gegenüber dem Klassiker gegen Bayern München Bedenken hatte... Unbegründet! 35 Mitglieder waren auch bei der Meisterung dieser Hürde dabei! Schon wieder im Finale. Zum dritten Mal in Folge, unglaublich! R. Madrid würdigte unseren Aktivismus und gewährte uns nicht weniger als 19 Tickets für das begehrteste Fussballspiel der Welt. Mehrere Mitglieder schauten den Match auf Grossleinwand im Santiago Bernabéu in Madrid, andere in Bern in der Beiz 44. Mit dem klaren Sieg gegen Liverpool kam der 13. Europa-Pokal. Dass wir der beste Klub der Welt sind, sollte nun wirklich bei jedem angekommen sein.

Ermüdungserscheinungen? Nicht bei uns! Die neue Saison 2018-2019 ging unvermindert aktiv weiter. Es reisten 19 madridistas in die Tschechische Republik, wo das Gruppenspiel gegen Viktoria Pilsen wartete. Mit einer kleinen Choreo im Gepäck, reisten die meisten mit dem Zug von Prag aus in die Kleinstadt. Und während ein waghalsiges Mitglied berna madridista in Moskau vertrat, gingen nicht weniger als 16 nach Italien, wo es einen 0-2 Sieg gegen die AS Roma und den Gruppensieg zu feiern gab. Was die Heimspiele angeht, war BM auch 2018 permanent im Santiago Bernabéu vertreten: Insgesamt 158 madridistas bezogen über den Fanklub Tickets für Spiele gegen fast alle Mannschaften der Primera División!
 
Es ist uns ein Anliegen, allen Mitgliedern für ihren Enthusiasmus, ihre Reisefreudigkeit und ihre Treue zu danken. Jahr für Jahr ist es eine Freude, mit langjährigen wie auch mit neuen Mitgliedern diese Leidenschaft für Real Madrid zu teilen.

Schliesslich möchten wir es nicht unterlassen, die zwei grössten Tiefschläge nicht nur des Jahres, sondern der gesamten Vereinsgeschichte, anzubringen: 2018 haben uns zwei grossartige Menschen, zwei tolle Mitglieder, zwei waschechte madridistas, auf schlimmste Art und Weise verlassen: Thomas und Humberto verunfallten beide tödlich mit dem Fahrrad. RMCF hat per Telegramm kondoliert, und wir drückten unser Beileid mittels Blumenkränzen aus. Wir hoffen, dass wir 2019 keine solchen Tragödien beweinen müssen. Passt alle auf euch auf, auf der Strasse und überall!

Und so schliessen wir 2018 ab, und freuen uns auf ein frohes, erfolgreiches und gemeinsames 2019, wo wir hoffentlich noch viele Abenteuer erleben und viele Titel feiern dürfen. Vergesst nicht: Wir sind einer der aktivsten RM-Fanklubs Real Madrids, und dies verpflichtet! Ab nach Amsterdam, ab nach Madrid und ab dorthin, wo unser RMCF sich neuen Hürden stellt. Wir können nicht aufhören, und nur wer unsere Leidenschaft teilt, wird dies verstehen können.

¡HALA MADRID!
BERNA MADRIDISTA – MADRIDISMO ÁCTIVO


Freitag, 21. Dezember 2018

Rom, wir, die Totgeweihten grüssen dich!


Das römische Reich erstrahlte einst weit über die Grenzen Europas. Im Fussball-Europa, nein, in der Fussballwelt, ist es nun Real Madrid. Als dreimaliger CL-Sieger waren die Königlichen am 27. November 2018 der Favorit gegen die AS Roma – wie eigentlich in jedem Spiel der Königsklasse. Und so reisten insgesamt 16 (!) madridistas aus Bern trotz der zuletzt mässigen Leistung der Mannschaft recht optimistisch in die ewige Stadt. Optimistisch, ganz im Gegensatz der Sportpresse, die bereits ein mögliches Ausscheiden berechnete (und herbeiwünschte?).

Der Spieltag begann feuchtfröhlich im Zentrum Roms, denn Pasta und Pizza stellen einen hervorragenden „Boden“ für Gerstensaft dar. Schnell war eine geeignete Bar gefunden, wo mit Fans aus Madrid diskutiert, gelacht, Sticker ausgetauscht und auf das Spiel eingestimmt wurde. Ein paar Mitglieder gingen sogar noch an das U-19 Spiel, und feuerten den RMCF-Nachwuchs an. Und wenig später begann das Spiel zwischen den beiden anderen Klubs der Gruppe, CSKA Moskau und Pilsen. Und siehe da: Das kleine Pilsen gewann, und noch vor der Fahrt zum Stadio Olimpico war Real bereits für das Achtelfinale qualifiziert!

 
Im Stadio Olimpico war die Stimmung dementsprechend gut, auch wenn die RMCF-Fanschar leider in zwei verschiedenen Sektoren des Auswärtsblocks aufgeteilt war (was andererseits die Gelegenheit für tolle „hin und her Gesängen“ lieferte). Nach einer ersten, ausgeglichenen Halbzeit, ging RM mit einem Tor Bales in Führung und stürzte den Auswärtssektor in Euphorie. Und in der 59’ versetzte Gladiator Lucas Vázquez den Römern den Todesstoss. 

 22h45, Abpfiff. Es gewinnt wieder einmal der König. Real Madrid geht als Gruppenerster in das Achtelfinale. Und: Noch NIE ist Real Madrid in der Gruppenphase ausgeschieden. Aber natürlich.... Für die Sportpresse ist nicht das das Wichtigste: Trainer Solari soll sich mit Isco (der nicht aufgeboten worden war) verkracht haben. Die spanische Sportpresse hat sich wieder einmal als das entlarvt, was sie ist: Eine aus Aasgeiern, antimadridistas und frustrierte Seelen bestehende Branche. Dies wird sich wohl nie ändern. Genauso wenig wie die Tatsache, dass Real Madrid der beste Klub der Welt ist. Und so hat uns die Presse wieder einmal „totgeweiht“. Doch wie siegreiche Gladiatoren haben wir Rom lebendig und noch stärker verlassen, auf der Suche von noch mehr Ruhm und Ehre.

ADELANTE REAL MADRID, LOROLOLO, VAS A SER CAMPEÓN DE EUROPA!




 

Freitag, 30. November 2018

Immer bei uns


Er war stets gut gelaunt. Rauchend und trinkend, aber vor allem lachend und laut im Bus, der an die Auswärtsspiele in Basel oder München fuhr. Auch bei der Reise nach Manchester war er dabei, und im Bernabéu war er sowieso fast noch häufiger als in seinem geliebten Andalusien.

Im Fussballtempel in Madrid war er oft im Fondo Norte vorzufinden. Denn er war nicht nur langjähriges Mitglied bei berna madridista (Nummer 35), sondern auch bei Orgullo Vikingo. Ihm gefiel es, am Geschehen auf dem Platz mitzuwirken und die Mannschaft stehend zu unterstützen. Aktiver madridismo.

Er bestach aber auch durch sein Wissen über RM und seine Geschichte. Wer mit ihm an unseren Anlässen an Real-Spielen zusammensass, merkte dies. Und für ein Bier in der Halbzeit, während der er mit Bewunderung über sein Idol Fernando Redondo sprach, war er immer zu haben.

 
Am Tag des Champions League Spiels gegen Rom - eines dieser Spiele die er für nichts auf der Welt verpassen würde - hat Real Madrid (das auf unsere Bitte hin ein Kondolenzschreiben an die Familie senden wird) einen madridista, berna madridista ein geschätztes Mitglied, die Berner Young Boys einen Fan verloren. Viel trauriger ist, dass eine Familie, eine Freundin und sehr viele Freunde, darunter manche im Fanklub, einen geliebten und nur 35-jährigen Menschen bei einem tragischen Verkehrsunfall verloren haben. Unser herzlichstes Beileid.

Es ist unfassbar und bestürzend. Vor kurzem ging unser Mitglied Thomas Zürcher nach einem tödlichen Velounfall von uns, nun ist es Humberto Millán Santamaría. Ein tragisches Jahr. Morgen Samstag, 1. Dezember, vor dem gemeinsamen Schauen des Spiels gegen Valencia, wird es eine Schweigeminute geben. Und alle, die Zuhause schauen, sollen es doch gleichtun. Humberto, der am 30. November 36 geworden wäre, und Thomas, hätte es sicher gefreut. Sie werden nun zusammen mit RMCF mitfiebern.

Ihr seid beide nicht mehr da, wo ihr wart. Aber ihr seid überall, wo wir sind.

berna madridista

Montag, 19. November 2018

RMCF & Bier? Pilsen!

Auswärtsfahrten sind immer lustig: Man entdeckt einen neuen Ort, das Kribbeln der möglichen Gefahr lässt das Herz höherschlagen und man geht in den Auswärtssektor, von wo aus man es mit dem ganzen Stadion aufnimmt. Obenauf lacht man zuletzt den enttäuschten Gesichtern auf der anderen Seite des Zauns entgegen - denn gegen RMCF ziehen die meisten Mannschaften den Kürzeren. Nicht umsonst ist Real Madrid seit 900 Tage europäischer Titelverteidiger. Unglaublich, aber wahr. 

Auswärtsfahrten bedeuten also Spass. Pilsen war aber ganz besonders. Wieso? Es gibt mehrere Gründe, nachfolgend eingeflochten:

Eine richtig gute Truppe von insgesamt 19 madridistas (erster Grund) machte sich gemeinsam auf den Weg. Während vier davon am Morgen des Spieltags unsere U19 unterstützte (Applaus!), bestiegen die anderen 15 in Prag den Zug und machten sich wie Primarschüler johlend und Stickers klebend sowie trinkend (dies eher wie ausgebildete Experten) auf in das 1h30 entfernte Pilsen. Dort traf man mit den anderen zusammen („und da waren’s wieder 19“), holte die Tickets bei unserem RMCF-Kontaktmann ab und setzte sich in die erstbeste Bar.

Die ersten Gesänge erklangen, Glas klirrte, schwere Krüge wurden auf den Tisch gehievt. Und da ist wieder ein Grund: Pilsen ist, wie der Name es schon sagt, die Quelle des Pilsner Biers – das heisst es gab ständig und günstig guten Gerstensaft zum Trinken, dazu Fleischberge der deftigen Küche Tschechiens. In der Bar hingen Dutzende von Schals vieler Fussballklubs... unter anderem einer von Atlético und einer von Barça! Und das führt uns gleich zu einem weiteren Grund: Pilsen bietet wunderbar entflammbare Souvenirs zum nach Hause nehmen! Immerhin wurde der Wirt mit einem unserer Schals entschädigt – und dieser ist allemal mehr Wert als die anderen zwei Fetzen.

Torkelnd verliessen die 19, plus viele weitere madridistas, darunter mehrere Freunde aus Rohrschach, die Bar. Bengalen zischten auf und es ging singend Richtung Stadtzentrum. Dort wurde eine Bar mit Real-Fans aus Madrid gefunden. Nach einer Weile riefen die draussen postierten tschechischen Polizisten zum Abmarsch und die Truppe wurden zum Stadion gelotst. Der verantwortliche Ordnungshüter gab noch zu verstehen, Bengalen seien in Tschechien „grundsätzlich verboten“. Und dieses „grundsätzlich“ ermutigte uns noch mehr, das restliche „Arsenal“ singend zu zünden. Die Toleranz der Pilsner Gendarmen, ein weiterer Grund!

Der Auswärtssektor der knapp 12'000 Personen fassenden Doosan-Arena war klein aber fein (Grund!). Gleich am Spielfeldrand gelegen, ermöglichte er trotz dem Schutznetz eine gute Sicht auf das Spiel. Wir verteilten die hundert mitgebrachten weiss-violetten Fahnen und postierten uns mit den 13 Europa-Pokalen: die bescheidene Choreo, nicht die erste an Auswärtsspielen, brachte etwas Farbe in den Sektor und wurde von vielen anderen Fanklubs gelobt. Dann ging es los mit dem Anfeuern, und obwohl ein Teil der Real-Fans wie immer nur langweilig dasitzt, war die Stimmung gut, vor allem, weil ein um das andere Tor fielen und weil die UEFA an CL-Spielen wieder alkoholhaltiges Bier erlaubt!

Nach diesem erfolgreichen Abend ging es per vorgängig reserviertem Bus zurück nach Prag, wo man sich am nächsten Tag beim flanieren kreuzte. Manchmal erspähte man sogar einen berna madridista Sticker an einer Verkehrstafel – was einen unverzüglich frohlocken liess! Aber Prag bot natürlich noch viel mehr als das, und damit wären wir beim letzten Grund, weshalb die Auswärtsfahrt nach Pilsen eine Besondere war!

Jetzt steht das Auswärtsspiel in Rom an. Nicht weniger als 14 Leute von BM werden nach Italien pilgern und auch diese Reise einzigartig machen. Wir wollen den Gruppensieg. Wir lassen den Klub niemals allein. Und mit Solari als neuer Kapitän greifen wir wieder nach den Sternen: Drei Champions League in Folge... Warum nicht vier?

REYES DE EUROPA, SOMOS LOS REYES DE EUROPA!  


p.s. Ein kreatives Mitglied hat Pilsen in (mehr oder weniger) gedichteten Form zusammengefasst:

19 kleine madridistas machten sich auf den Weg, 4 unterstützten die U19, da waren’s nur noch 15.
15 kleine madridistas fuhren per Zug nach Pilsen, die Kontrolleurin zog einen raus, da waren’s nur noch 14.
14 kleine madridistas besetzten eine Bar, einer stahl vor dem Wirt einen Farsa-Schal, da waren’s nur noch 13.
13 kleine madridistas tranken um die Wette, für einen war es eins zu viel, da waren’s nur noch 12.
12 kleine madridistas zogen ins Stadtzentrum, einer musste noch die Fahnen holen, da waren’s nur noch 11.
11 kleine madridistas zogen Richtung Stadion, einer zündete die Bengale verkehrt, da waren’s nur noch 10.
10 kleine madridistas betraten das Stadion, dort gab’s wieder richtiges Bier, da waren’s nur noch 6.
6 kleine madridistas feuerten die Mannschaft an, einer hing sich ins Netz hinein, da waren’s nur noch 5.
5 kleine madridistas realisierten eine Choreo, einer verschwand dahinter und wurde nicht mehr gesehen.
4 kleine madridistas warfen Bier über den Zaun, ein Pilsner hat zum Tanz eingeladen da waren’s nur noch 3.
3 kleine madridistas feierten den Sieg, einer viel vornüber, da waren’s nur noch 2.
1 kleiner madridista ging alleine zum Bus für nach Prag, der Fahrer meinte es sei für eine Gruppe bestimmt und lies ihn einfach da.












Freitag, 2. November 2018

Einen Schritt zurück? Nur zum Ausholen!


Dass Real Madrid in der Liga Neunter ist, ist ein Skandal, der zu deutlich hingenommen wird. Dass Real Madrid gerade vier von fünf Champions League gewonnen hat, ist aber ebenfalls ein Skandal. Ein viel grösserer. Ein viel mächtigerer. Und zu viele Leute vergessen dies. Zu viele Aasgeier feiern frenetisch unser Tief und versuchen verzweifelt, die Vorherrschaft Reals während der letzten fünf Jahren vergessen zu machen. Denn so etwas hat noch niemand geschafft. Niemand.

Natürlich wollen wir mehr. Das Gewinnen liegt uns in den Genen. Warum diese Krise jetzt? Vielleicht, weil diese Mannschaft Verstärkungen gebraucht hätte. Nicht nur aufgrund des Weggangs von Cristiano Ronaldo – und damit seiner Tore und seines ansteckenden Ehrgeizes – sondern auch weil eine etwas gesättigte und Titelverwöhnte Mannschaft neue Anreize braucht. Und diese kommen durch Konkurrenz. Kein Spieler Reals sollte sich als gesetzt betrachten. Und die Gesten, Worte und Leistung von Spielern wie Ramos oder Marcelo („Ich hätte meine Auswechslung nicht erwartet, das war so nicht besprochen“) lassen vermuten, dass einige gerade das tun. Die Schuld ist aber auch weiter oben zu suchen. Hat sich die Klubleitung zu fest auf den fragwürdigen Stadionausbau – der nicht EINEN zusätzlichen Sitz schafft – konzentriert?

Lopetegui ist ein guter Trainer. Die Spiele gegen Rom und Getafe waren hervorragend. Er ist taktisch sehr gut. Doch er war der Aufgabe schliesslich nicht gewachsen. Ohne Mut zur Reaktion hat er fast immer die gleichen spielen lassen, statt zu versuchen, mit Überraschungen das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Er hat dies nicht nur mit seinem Job, sondern auch mit seinem Lebenstraum bezahlt. Madridista durch und durch, ist sein Ende bei RMCF bedauerlich.

Noch bedauerlicher war das Spektakel im Camp Nou. Dass Jordi Alba meinte, dies sei so schön wie eine Champions League zu gewinnen, zeigt aber die tiefen Komplexe und der Neid des Erzrivalen. Sie können es einfach nicht verbergen. Fünf Leute des Fanklubs waren im Camp Nou zugegen. Trotz dem unglaublich hohen Preis, den Barcelona für den Auswärtssektor als Schikane festlegte, und der Feindseligkeit, waren sie dort. Hut ab! Mehre Mitglieder sahen das Spiel in Madrid, in der Bar von Toñin, dem wohl berühmtesten Real-Fan. Und rund 30 kamen an das traditionelle Clásico-Essen, welches dieses Mal in der Galaxy Bar stattfand. Dort gab es eine feine Paella, kühle Sangria und trotz des Spiels gute Unterhaltungen. Wir danken allen für ihr Kommen!

Jetzt steht das Auswärtsspiel in Pilsen an. Nicht weniger als 18 Leute von BM werden nach Tschechien reisen. Das nennt man Liebe zum Klub! Die Saison ist noch lang, Freunde. Wir bleiben bis zum Ende an Bord. HASTA EL FINAL, VAMOS REAL!  





Donnerstag, 27. September 2018

Hasta siempre, Thomas


 

„Guten Morgen. Möchte als Mitglied beim aktivsten Fanclub von Real beitreten. Könnt ihr mir Unterlagen zusenden. Freue mich, besten DANK.“ Mit diesen Zeilen meldete sich Thomas Zürcher am 7. Dezember 2016 bei uns. Im letzten März trat Thomas die verdiente Pensionierung an. Er würde nun mehr Zeit finden, um an den Aktivitäten und Reisen des Fanklubs teilzunehmen. Diese Saison war er einer der ersten, der pflichtbewusst den Mitgliederbeitrag bezahlte. Und am 17. September 2018 kontaktierte uns sein ehemaliger Arbeitskollege Marco Roos, um uns mitzuteilen, dass Thomas mit dem Velo tödlich verunglückt ist.

berna madridista vereint in seinen Reihen über 230 Menschen – die unterschiedlicher kaum sein können – die eine gemeinsame Leidenschaft teilen: Real Madrid. Diese eine Passion hat zu neuen Freundschaften geführt und gemeinsame Erinnerungen geschaffen – das zweifellos Beste an einem Verein.

Heute fällt uns eine besonders schwere Aufgabe zu. Es heisst überraschend Abschied nehmen von einem unserer Mitglieder. Wir tun dies schweren Herzens, seinen Familienangehörigen und Freunden unser herzliches Beileid aussprechend, und ihn an der gestrigen Beerdigung mit diesem Blumenkranz ehrend, in ewigem Andenken.

Als Mitglied und madridista unvergessen.  
Thomas Zürcher-Sarabia, ruhe in Frieden.

berna madridista